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17.09.16

Qualitätvolle Wohngebäude auf Eckgrundstücken zu entwerfen, stellt für Architekten eine besondere Herausforderung dar. In dieser Bauaufgabe vereinen sich Architektur und städtebauliche Sensibilität. Ein Eckhaus ist mehr als ein Solitär, denn hier wird die architektonische Gestalt des Straßen- und Platzraumes – wenn alles gut läuft – mit als Aufgabe begriffen.

Ahad Architekten aus Braunschweig ist diese explizit innerstädtische und urbane Bautypologie mit dem Neubau an der Helmstedter, Ecke Kurze Straße im östlichen Ringgebiet gelungen. Die Helmstedter Straße war über Jahrhunderte ein wichtiger Stadtein- und -ausgang und Endpunkt des historischen Fernweges, der von Magdeburg über Helmstedt und Königslutter bis in die Stadt hineinreichte.

Ab den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts veränderten sich die Straßenverläufe im östlichen Ringgebiet. Die Leonhardstraße wurde ausgebaut und mit der Kurzen Straße eine schmale Verbindung zur Helmstedter geschaffen. Die ursprüngliche Bebauung dieses Stadtquartiers reicht von den typischen zweigeschossigen Gartenhäuschen aus Fachwerk und Ziegeln bis hin zur Mietskaserne der Gründerzeit und den Lückenschlüssen der Nachkriegszeit.

Ahad Architekten haben die Authentizität dieses Quartiers nicht infrage gestellt, sondern mit ihrem Neubau auf der Ecke einen Stadtbaustein gestaltet, der nicht nur optisch einen neuen Impuls für die zukünftige Entwicklung dieses Gebiets bildet. Der Neubau ist obendrein mit seinen sechs individuellen Wohneinheiten, die sich auch zu insgesamt acht aufteilen lassen, auf einer Wohnfläche von 900 Quadratmetern ein komplett barrierefreier und vorbildlich energetisch effizienter Bau.

„Bei diesem Projekt haben wir uns viele Gedanken zur Positionierung und Proportionierung des Baukörpers gemacht“, berichtet Katja Ahad. „Vor allem aber wollten wir die Wohnungen möglichst variabel, die Raumaufteilungen nach den Wünschen der Nutzer gestalten.“ Dass den Architekten Katja und Sascha Ahad die Qualität des natürlichen Lichtes im Innenraum sehr wichtig ist, lässt sich in den hellen, mit Eiche ausgelegten Räumen überall ablesen. Sämtliche Wohnungen sind mit geräumigen Balkonen ausgestattet, die großen Fensteröffnungen haben tiefe Laibungen und bieten zusätzliche Sitzgelegenheiten, um den Straßenraum und in den oberen Geschossen die umliegenden Dachlandschaften zu erleben. Bereits das Treppenhaus ist durch Offenheit und natürliches Licht geprägt, so dass es hell und wohnlich wirkt. Bereits von hier lässt sich der Blick in den Straßenraum hinein erleben.

Auch aus den Wohnungen in den oberen Geschossen ergeben sich lange Blickachsen in den Außenraum – sei es vom Kochplatz oder von der Badewanne aus. So inszeniert, wird der einst viel befahrene Straßenraum zu einem harmonischen und bewegten Stadtbild.