Holzhaus an der Weser

Architektur
Das Fischerdorf Heinsen liegt eingebettet in die malerische Landschaft des Weserberglandes direkt am Flussufer. In der Region hat der Baustoff Holz eine lange Tradition. Das Haus an der Weser wird als paradigmatisches Holzprojekt entwickelt. Es orientiert sich ortstypisch mit seinem Giebel einerseits zum Dorf und andererseits zum Fluss und fügt sich mit seiner schmalen und hohen Proportion und der typischen Traufgasse in das Ensemble an der Weserstraße. Die Palette der Materialien findet sich in der unmittelbaren Umgebung: die Dachdeckung aus Tonziegeln, die Eichenholztür und -fenster und die naturbelassene Holzfassade. 

Konstruktion, Tragwerk, Bautechnik

Der Sockel schützt die Holzkonstruktion vor Hochwasser. Bogenbinder aus Brettschichtholz bilden biegesteife Drei-Gelenk-Rahmen, die alle Horizontalkräfte in Querrichtung des Hauses aufnehmen und das Raumvolumen freitragend überspannen. Diese Primärkonstruktion wird unmittelbar nach dem Richten mit der Dachdeckung versehen. Der Einbau der Innenwände und der Holzbalkendecken, die in die Rahmenkonstruktion eingehängt werden, kann so wettergeschützt erfolgen. Die Außenwand zur Traufgasse erfüllt die Anforderung an den Brandschutz durch eine zusätzliche Bekleidung der Holzkonstruktion mit Gipsfaser-Platten, eine Unterkonstruktion aus Blech und die nicht brennbare Bekleidung aus Tonziegeln. Die Konstruktion verzichtet auf Lacke, Kleber, Folien, Schäume und Dichtstoffe und ist einfach sortenrein rückbaubar.

Energie

In Anlehnung an die typischen Materialien im Weserbergland erhält das Haus als Wetterschutz eine Haut aus Tonziegeln, über die das anfallende Regenwasser vor Ort versickert wird. Die Konstruktion entwickelt ein Schutz- und Reparaturszenario für Hochwasserereignisse. Es ist in Schichten und nach Bedarf demontierbar. Auch die Installationsräume bleiben zugänglich und sind in dieser Hinsicht flexibel und nachhaltig zu nutzen. Das Haus wird CO2 neutral beheizt mit Holzpellets, die in der Region hergestellt werden. Der Ofen lässt sich mit dem Smartphone steuern und beheizt sparsam das gesamte Haus über den zweigeschossigen Luftraum. 

Das Holzhaus an der Weser ist ein Case Study House. Es entsteht ein smartes Gebäude, das maßvoll und klug mit Ressourcen umgeht und einen Kultur- und Landschaftsraum interpretiert, der einzigartig ist. Die Konstruktion ist einfach sortenrein rückbaubar und schadstofffrei. Die Halbzeuge können wiederverwendet werden. Es wird eine konstruktive Antwort im Holzbau entwickelt auf Fragen des Brandschutzes und des Schutzes vor Hochwasser.

Fotos: Daniel Vieser